Wolkenkunde
1. Einführung
Die Wolke ist die kondensierte Form atmosphärischer Feuchtigkeit
in Form von kleinen Wassertröpfchen oder Eiskristallen. Durch Wolken werden
ein Großteil der atmosphärischen Prozesse sichtbar gemacht. Außerdem sind
Wolken eine Station im globalen Wasserkreislauf, wo sie die Funktion des
Transportes übernehemen. Das kondensierte Wasser gelangt schließlich als
Regen oder Schnee auf die Erdoberfläche zurück.
2. Entstehung und Funktion
Wie bereits erwähnt entstehen Wolken durch das aufsteigen von Feuchtigkeit.
Man unterscheidet die Wolken entsprechend ihrer Entstehung in Konvektionswolken
und Advektionswolken. Konvektionswolken entstehen durch den vertikalen
Aufstieg von Luftmassen. Dieser Aufstig wird durch die Erwärmung der Luftmassen
am Boden erzeugt, warme Luft steigt nach oben und es bildet sich ein Bodennahes
Tiefdruckgebiet und ein Höhenhoch. Meißt haben diese Wolken charakteristische
Formen, sie sehen eher aufgequollen auf. Advektionswolken entstehen, wenn
feuchte Luftmassen in ihrer Horizontalbewgung duch ein Gebirge oder durch
kalte, schwere Luftmasssen zum Aufstieg gezwungen werden. Durch diesen
langsamen Aufstieg können sich die Luftmassen ausbreiten. Man spricht
von Schichtwolken, sie sind eher flach und langgezogen.
Wolken werden aber auch, unabhängig von ihrer Entstehung, nach ihrer Form
und ihrer Höhe über dem Erdboden klassifiziert. Dazu später mehr.
Wolken übernehmen in der Atmosphäre im Prinzip die Funktion eines Deckels.
Am Tag verhindert eine dichte Bewölkung, dass Sonnenenergie die Erde erreicht.
Sie reflektieren fast die gesamte Strahlung zurück ins All und es kommt
nur ein Bruchteil der Energie auf der Oberfläche an. Es kann also keine
Wärme an der Erdoberfläche entstehen, demzufolge ist es an bewölkten Tagen
eher Kühl. In der Nacht kehrt sich das Prinzip um. Angenommen es ist ein
schöner warmer Sommertag (ohne Wolken). Wenn die Sonne dann untergegangen
ist, gibt die Erdoberfläche trotzdem noch Wärme ab, wie eine gerade abgeschaltete
Herdplatte. Wenn jetzt keine Wolken da sind kann die Wärme ungehindert
ins All entweichen und es wird eine eher kühle Nacht. Ist aber ein Deckel
vorhanden, sprich eine geschlossene Wolkendecke so kann die Energie nicht
entweichen und die Nacht wird eher mild.
3. Klassifikation
Wie bereits erwähnt werden Wolken im allgemeinen nach ihrer Form
klassifiziert. Man unterscheidet zwischen 10 grundlegend verschiedenen
Wolkenformen, die sich auf drei Wolkenstockwerke werteilen.
3.1. Oberes Wolkenstockwerk
Das obere Wolkenstockwerk beginnt in der Polarregion bei ca. drei Kilometer
Höhe und reicht bis in acht Kilometer Höhe. In den mittleren Breiten reicht
es von sieben bis 13 Kilometer und in den Tropen von sechs bis 18 Kilometer.
Zu diesen Wolken zählen die Wolkenformen der Cirrus-Familie. Sie sind
Eiswolken, die keinen oder nur kaum Schatten werfen. Ihre Erscheinung
ist federartig, meißt in Bändern oder Streifen angeordnet. An ihren Rändern
finden sich meißt Haken oder Verwirblungen. Diese Wolken sind meiß Schlechtwetterboten.
Eine weitere Wolkenform sind die Cirrocumuli, die sogenannten Schäfchenwolken.
Kleine Wattetupfer, in Gruppen oder Streifen angeordnet, prägen ihr Erscheinungsbild.
Die wohl am schwersten zu entdeckende Wolkenform ist die Cirrostratuswolke.
Sie besteht lediglich aus einem weißlichen Schleier von Eiskristallen,
an denen sich das Licht brechen kann, was zur Bildung eines Halos um Mond
oder Sonne führen kann. Aufmerksame Beobachter können bei dieser Wolkenform
auch in den Genuss eines Nebensonnenereignisses kommen.
3.2. Mitteleres Wolkenstockwerk
In den Polarregionen erstreckt sich dieses Stockwerk von zwei bis vier
Kilomter, in den mittleren Breiten von zwei bis sieben Kilomtern und in
Äquatornähe von zwei bis acht Kilomtern. Altostratus und Altocumulus sind
in diesem Wolkenstockwerk zuhause. Altostratuswolken bilden eine eintönige,
gräuliche oder bläuliche Wolkenschicht, welche ab und zu streifig wirkt.
Sie haben meißt ein große horizontale Ausdehnung und lassen die Sonne
nur diffus erscheinen. Verdichten sich diese Wolken, so ist das ein deutliches
Zeichen für Regen. Altocumuluswolken bilden eher Haufenformen, die im
wesentlichen größer sind als die Cirrocumuli. Sie sind als graue Flecken
oder Ballen am Himmel zu erkennen. Quellen diese Ballen weiter auf, kann
es zu Gewittern kommen.
3.3. Unteres Wolkenstockwerk
Dieser Bereich liegt von null bis zwei Kilometer über der Erdoberfläche.
Nimbostratus oder auch Regenschichtwolken genannt, sind dunkel bis grau
gefärbt und haben keine einheitliche Wolkenuntergrenze. Aus ihnen kann
anhaltender Niederschlag fallen. Dann sind da noch die Stratus- oder auch
Schichtwolken. Sie sind gräulich und erscheinen als flache Decken. Sie
sind meißt weniger als 700 Meter über dem Erdboden.Aus ihnen fällt im
Gegensatz zu den Nimbostratus nur kleintröpfiger Regen (Niesel oder Sprühregen).
3.4. Wolken mit vertikaler Ausdehnung
Wolken dieser Sorte befinden sich in 1600 Meter bis in 13 Kilometer
Höhe. Zu dieser Gruppe gehören zwei Hauptformen. Cumulus oder Haufenwolken
sieht man am häufigsten in der Mitte oder am Ende eines Tages, wenn die
Sonnenwärme meher vertikale Luftströmungen erzeugt. Diese Wolken besitzen
meißt flache Unterseiten und Blumenkohlartige Oberteile. Cumulonimbuswolken
sind dunkle, mächtig aufgetürmte Haufenwolken. Die höchsten Teile dieser
Wolke sind oft Ambosartig ausgebreitet. Aus ihnen fallen schwere Regenschauer,
die in einigen Fällen von Gewittern begleitet werden.
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