A |
- ABKÜHLUNG
- Die Lufttemperatur sinkt entweder durch
Zufuhr (Advektion) von kühleren Luftmassen,
z.B. nach Durchzug einer Kaltfront, oder durch
nächtliche Ausstrahlung bei wolkenlosem
Himmel und trockener Luft
(mit Nebelbildung in der Folge). In der freien Atmosphäre kühlt sich
ein "Luftpaket" ab, indem es gehoben wird (Ausdehnung durch
geringeren Luftdruck in der Höhe). Verursacht
wird die Hebung und die damit verbundene Wolkenbildung durch die Sonneneinstrahlung.
Die Sonne erwärmt die Erdoberfläche, diese wiederum erwärmt die bodennahe
Luft. Da warme Luft (geringere Dichte) leichter ist als kalte Luft,
steigt die so erwärmte Luft (z.B. über einem Kornfeld) als "Thermikblase"
auf. In den meisten Fällen aber erfolgt die Hebung von Luftmassen an
Fronten. Auch an Geländehindernissen kann eine
Luftmasse zur Hebung gezwungen werden (Stau
am Gebirge). Infolge der Abkühlung steigt die relative Feuchtigkeit
bis 100% (kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme Luft)
und der Wasserdampf kondensiert, es bilden
sich Wolken. In weiterer Folge kann es zu Niederschlägen
kommen.
- ABKÜHLUNGSGRÖßE
- Maß für die Abkühlung eines erwärmten Körpers durch Wind,
Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur
und Sonnenstrahlung, bezogen auf die menschliche Körpertemperatur (37°C).
Die Abkühlungsgröße gibt die Wärmemenge (in Joule) an, die pro Sekunde
von einem Quadratzentimeter der Körperoberfläche abgegeben oder aufgenommen
wird. Der Betrag gibt die bioklimatische Reizstärke an. Siehe auch Wind-chill-Index.
- ABLENKUNG DES WINDES
- Die durch die Drehung der Erde verursachte Kraft (Corioliskraft)
lenkt jede Luftströmung auf der Nordhalbkugel nach rechts ab, sodaß
zum Beispiel eine südliche Luftströmung in ihrem weiteren Verlauf zur
Südwestströmung, eine Nordströmung zur Nordostströmung wird. Eine
weitere Ablenkung erfährt der Wind in den unteren Luftschichten durch
die Reibung am Boden. Sie wirkt der Corioliskraft entgegen, verhindert
also, daß z.B. der ursprüngliche Südwind am Boden zum Westwind wird.
- ABSINKEN
- Abwärts gerichtete Strömung der Atmosphäre mit Geschwindigkeiten von
weniger als 0,1 m/s (darüber: Abwind). Die Abwärtsbewegung
der Luft kann großräumig im Zentrum eines Hochdruckgebietes
("dynamisch") oder orographisch bedingt auf der Leeseite eines
Gebirges erfolgen, wobei diese sich erwärmt, was zur Auflösung der Wolken
führt. Die absinkende Luft (trockenadiabatisch: um 1°C/100m) kommt in
einer bestimmten Höhe wärmer an als die dort darunter angrenzende (vom
Absinkvorgang nicht mehr erfaßte) Luft und bildet eine Inversion.
- ABSINKINVERSION
- Hochdruckgebiete sind gekennzeichnet durch großräumiges Absinken
der Luft. Die absinkende Luft (trockenadiabatisch:
1°C/100m) kommt in einer bestimmten Höhe wärmer an als die dort darunter
angrenzende, vom Absinkvorgang nicht erfaßte Luft und bildet eine Inversion.Oberhalb
der Inversion ist die Luft trocken und es herrscht meist gute Sicht,
unterhalb der Inversion wird die Sichtweite
durch Dunst vermindert. Gegensatz: Feuchteinversion
(z.B. an einer Warmfront). Siehe Inversion.
- ABSOLUTE FEUCHTE
- Gehalt der Luft an Wasserdampf
in Gramm pro Kubikmeter; bei 0°C maximal 5 g/ccm, bei 20°C ca. 17 g/ccm.
- ABWIND
- Abwärts gerichtete Luftströmung mit einer Geschwindigkeit von 0,1
m/s oder (geringer: Absinken); tritt im Bereich
von Fronten, Schauer- und Gewitterwolken sowie
im Lee überströmter Gebirge auf. Siehe auch Downburst.
- ADIABATISCH
- Werden Luftmassen vertikal bewegt, findet dabei kein Wärmeaustausch
mit der Umgebung statt, da die molekulare Wärmeleitung in Luft
außerordentlich gering ist. Diesen Vorgang nennt man adiabatisch.
Aufsteigende Luft dehnt sich aus (geringerer Luftdruck)
und kühlt dabei ab, absinkende wird komprimiert (höherer Luftdruck)
und erwärmt sich. Praktisch alle Vertikalbewegungen in der Lufthülle
verlaufen adiabatisch, unterhalb des Kondensationsniveaus trockenadiabatisch
(Temperaturänderung 1°C/100m), oberhalb feuchtadiabatisch (etwa 0,6°C/100m).
- ADVEKTION
- Durch Luftbewegung wird Wärmeenergie (in Warm- oder Kaltluftmassen),
auch Wasserdampf, Aerosole, u.a. transportiert.
Das Heranströmen von anders temperierten Luftmassen erfolgt überwiegend
in horizontaler Richtung, im Gegensatz zur Konvektion,
in der sich Luftschichten in senkrecht auf- und absteigender Bewegung
befinden. Die im Rahmen der atmosphärischen Zirkulation
erfolgende Advektion verursacht längere Wärme-
und Kälteperioden im Witterungsgeschehen.
- AEROLOGIE
- Die "Höhenwetterkunde" erforscht die freie Atmosphäre mit
physikalischen Methoden und technischen Hilfsmitteln. Wetterballone
(Radiosonden) tragen die Meßinstrumente in die Atmosphäre, ein mitgeführter
Sender überträgt laufend die Meßdaten zur Erde. Aerologische Aufstiege
mittels Radiosonden werden in der Regel zweimal täglich durchgeführt
und messen Luftdruck, Temperatur,
Feuchtigkeit und Wind
bis in durchschnittlich 30 km Höhe. Meist werden noch zwei weitere Aufstiege
ohne Meßgeräte durchgeführt, die nur Winddaten (aus der Radarpeilung)
liefern. Weltweit gibt es ca. 500 aerologische Aufstiegsstationen.
- AEROSOL
- Siehe Kondensationskerne.
- ALBEDO
- Die Albedo ist der Quotient aus reflektierter Strahlung
(von der Erdoberfläche oder von einem bestimmten Teil von dieser) zur
einfallende Sonnenstrahlung, aufsummiert über den ganzen Halbraum und
über alle Wellenlängen. Das planetarische Albedo der gesamten Erde beträgt
0,30, d.h. 30% der einfallenden Sonnenstrahlung werden in den Weltraum
reflektiert. Einige Werte: frischer Schnee 85%,
geschlossene Wolkendecke 60-90%, Wiesen 15-35%, Wälder 10-20%, Wasser
(Meer) 5-10%. Die Albedo des Mondes beträgt etwa 12%.
- ALTOCUMULUS
- Die eigentliche "Schäfchenwolke", als Ballen oder Walzen
in Haufenform, oft mit schmalen deutlichen Lücken ("Schafherde
von oben"); in 2,5-6 km Höhe. Unterscheidet sich von Cirrocumulus
dadurch, daß die einzelnen Wolkenteile größer sind und auch Schatten
(graue Stellen) aufweisen.
- ALTOSTRATUS
- Eine gleichmäßige, meist strukturlose graue Wolkenschicht in 2,5-6
km Höhe. Die Sonne ist manchmal als heller Fleck erkennbar (ohne Halo).
- ALTWEIBERSOMMER
- Spätsommerliche Schönwetterperiode, die mit großer Häufigkeit Ende
September, aber auch oft bis Ende November, besonders im östlichen Mitteleuropa
auftritt. Ursache ist ein Festlandshoch über Osteuropa, das trocken-kontinentale
Luft nach Mitteleuropa einströmen läßt. Mit dem
Altweibersommer geht eine plötzliche starke Laubverfärbung und das Auftreten
von Spinnfäden einher, an denen sich meist junge Spinnen mit dem Wind
forttragen lassen. Eine gleichartige Wetterperiode im östlichen Nordamerika,
die oft nur wenige Tage andauert, wird Indianersommer (Indian summer)
genannt.
- ANTIZYKLONAL
- Man bezeichnet die Krümmung der Isobaren als
antizyklonal, wenn die konkave Seite der der Isolinie einem Hochdruckgebiet
zugewendet ist bzw. ist eine Luftströmung antizyklonal,wenn sie sich
auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn, auf der Südhalbkugel gegen den
Uhrzeigersinn um ein Hochdruckgebiet (Antizyklone)
herumbewegt.
- ANTIZYKLONE
- Andere Bezeichnung für ein Hochdruckgebiet mit einem Luftdruckwert
im Zentrum von etwa 1025-1030 Hektopascal.
Der höchste Luftdruck auf der Erde wurde bisher
mit rund 1080 Hectopaskal in einem winterlichen Hoch über Sibirien gemessen.
Gegensatz: Zyklone = Tiefdruckgebiet, mit Werten
um 990-1000 Hectopascal. Siehe Hoch.
- ÄQUATORIALE TIEFDRUCKRINNE
- Quasistationärer Tiefdruckgürtel zwischen den beiden Zonen der subtropischen
Hochdruckzellen auf der Nord- und Südhalbkugel; wird auch als innertropische
Konvergenzzone (ITC) bezeichnet.
- ATMOSPHÄRE
- Die Lufthülle der Erde zeigt in ihrem vertikalen Aufbau unterschiedliche
Eigenschaften und wird daher in mehrere "Stockwerke" unterteilt.
Das unterste Stockwerk, die Troposphäre, reicht in Mitteleuropa bis
ca. 11 km Höhe; in ihr spielt sich das Wetter
ab. Die Temperatur nimmt von (im Mittel) +15°C
an der Erdoberfläche nahezu gleichmäßig mit der Höhe um durchschnittlich
6,5°C je Kilometer ab bis etwa -57°C (Tropopause).
In der darüberliegenden Stratosphäre steigt die Temperatur auf -50°C
in 28 km Höhe an. Dann setzt ein kräftiger Anstieg bis auf 0°C in 50
km Höhe ein infolge der Absorbtion der ultravioletten Strahlung
durch das Ozon. Die Obergrenze der Stratosphäre stellt ein Temperaturmaximum
dar und wird Stratopause genannt. In der anschließenden Mesosphäre sinkt
die Temperatur wieder bis auf etwa -100°C in 80 km Höhe. Darüber beginnt
die Thermosphäre, die bis zum Rand der Atmosphäre in etwa 500-600 km
Höhe reicht. Die Temperatur nimmt infolge der Absorption von Röntgen-
und Gammastrahlung der Sonne wieder rasch zu auf über +100°C bis auf
+700°C am Rand der Atmosphäre. Jenseits davon beginnt die Exosphäre,
der interplanetarische Raum. Die hohen Temperaturangaben sind jedoch
infolge der extrem geringen Luftdichte nicht mit denen in der unteren
Atmosphäre zu vergleichen.
- AUFGLEITEN
- Bezeichnung für die erzwungene Aufwärtsbewegung (und dadurch verursachte
Wolkenbildung) wärmerer Luftmassen an einer schwach geneigten Luftmassengrenzfläche
(Warmfront), unterhalb der sich kältere Luft
befindet. Dabei bilden sich ausgedehnten Wolkenfeldern (Cirrostratus,
Altostratus und Nimbostratus)
aus, die meist längere Niederschläge ("Landregen")
verursachen. Tritt an der "Vorderseite" der von West nach
Ost wandernden Tiefdruckgebiete auf.
- AUSBREITUNGSSCHICHT
- Fachausdruck in der Segelflugmeteorologie für das Auseinanderfließen
der vertikal strukturierten Cumulus zu flachen
Stratocumulus. Bedingungen: markante stabile
Schicht oder Inversion, ausreichend Feuchtigkeit
(Taupunktsdifferenz kleiner als 5°C) in einer Schicht von mindestens
50 hPa Mächtigkeit unterhalb der Inversion. Die vorhandenen Quellwolken
können sich dann an dieser Sperrschicht ausbreiten.
Die CU dringen mit ihrer Obergrenze ("Tops") zwar zeitweise
etwas in die stabile Schicht ein, sobald aber ihr Auftrieb gebremst
ist, bilden sie je nach Höhe der Inversion eine SC- oder AC-Schicht.
Dies gilt vor allem für das Flachland. Die Ausbreitungsschichten können
die Sonneneinstrahlung so stark behindern, daß die Thermik
zumindest zeitweise oder auch ganz aufhört.
- AUSLÖSETEMPERATUR
- Man unterscheidet zwischen der Auslösetemperatur für Cumulus-Wolken
und der für die Thermik. Die Temperatur,
die ein Luftteilchen am Erdboden an sonnigen Tagen annehmen muß, um
mindestens bis zum Kondensationsniveau
aufzusteigen, d. h. bis zu der Höhe, bei der die Quellwolkenbildung
(Cumulus) beginnt. Die Auslösetemperatur wird in der Regel nur erreicht,
wenn in den unteren Luftschichten bzw. in Bodennähe genügend Feuchtigkeit
vorhanden ist. Bei zu trockener Luft steigt zwar
die vom Boden her erwärmte Luft auf, es bilden sich aber keine Wolken
("Blauthermik"). Die sog. Thermikauslösetemperatur
ist dann erreicht, wenn die Konvektionsschicht (Umwandlung der Zustandskurve
in eine adiabatische Schichtung) eine
Mächtigkeit von 1000m über Grund erreicht hat und somit für einen Segelflug
nutzbar ist (Thermikanschluß).
- AUSSTRAHLUNG
- Die Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche an die darüberliegenden Luftschichten
bzw. der Atmosphäre selbst an den Weltraum. Ein Teil der von der Erdoberfläche
an die Atmosphäre abgegebene Strahlung wird
vom dort befindlichen Wasserdampf absorbiert
und gelangt so als "Gegenstrahlung"
wieder an die Erdoberfläche zurück. Im Durchschnitt verliert die Erde
durch die (langwellige) Ausstrahlung genau soviel Wärme, wie sie durch
die (kurzwellige) Einstrahlung von der Sonne
her gewinnt. Bei klarer trockener Luft ist die Ausstrahlung
am größten (Nachtfrost), bei dichter Bewölkung
am geringsten.
- AZORENHOCH
- Ein im Bereich der Azoren liegendes Hochdruckgebiet, das zum subtropischen
Hochdruckgürtel des Nordatlantik zählt und als eines der "Aktionszentren"
für das Wetter in Mitteleuropa eine wichtige Rolle
spielt; mittlerer Luftdruck 1025 hPa. Oft Ausgangspunkt
für längere Schönwetterlagen, besonders im Sommer; fördert aber auch
zusammen mit dem "Islandtief" Westwettereinbrüche.
Das Azorenhoch wird für uns immer dann wetterwirksam, wenn zwischen
Neufundland und Island polare Luftmassen nach Süden vordringen und sein
gewaltiges Warmluftreservoir bedrängen, sodaß es nach Nordosten ausweicht
- über die Iberische Halbinsel bis nach Mitteleuropa oder auch Skandinavien.
|