Brikettfabrik Neukirchen (Tanzfabrik CULT)

Die Brikettfabrik ist ein Stück Industriegeschichte der Region. Früher wurde hier die Kohle aus dem Tagebau in Wyhra zu Briketts verarbeitet. In den 70er Jahren diente die Anlage zur Wärmeerzeugung für den Tagebau Bockwitz. Nach der Wende sollte mit terra cultura ein Anziehungspunkt entstehen, doch das Projekt scheiterte und viele Gebäude stehen sind dem Verfall überlassen. Lesen Sie mehr ...

Brikettfabrik Neukirchen - CULT


Brikettfabrik 1993

Begibt sich der Reisende entlang der B 95 in Richtung Chemnitz, so wird er bald nach dem Ortsausgang Borna in der hügeligen Landschaft des Wyhratals die Brikettfabrik von Neukirchen - die älteste der Region - wahrnehmen. In der 1887 in Betrieb genommenen Firma ,,Kohlenwerke und Brikettfabrik Neukirchen-Wyhra“ des Leipziger Besitzers Adolf Bleichert ratterten fast vierundachtzig Jahre die Brikettpressen.

Nach dem Tod des Besitzers im August 1906 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, und die Produktionsanlagen wurden bis 1911 modernisiert. Sechzig Jahre lang wurde die Rohbraunkohle, anfangs mit einer 2,4 km langen Drahtseilbahn, später durch Werksbahnen, aus dem Tagebau Neukirchen-Petergrube in die Fabrik befördert, wo vier Tellertrockner und vier Brikettpressen ihren Dienst taten.

Die tagelang brennende Asche wurde durch Ochsengespanne über die Landstraße auf den gegenüberliegenden Ascheberg gekarrt, bis 1937 eine Löschanlage mit Rohrleitung den Abtransport übernahmLängst wächst Gras zwischen den Schwellen der Werksbahn, und kein Schichtbus hält mehr vor der Fabrik.

Bis 1991 wurde in der Brikettfabrik zwanzig Jahre lang nur noch Wärme für die Tagebauanlage Bockwitz erzeugt und eine Töpferei des Braunkohlenkombinates Espenhain betrieben. Außerdem wurde Rohkohle gesiebt und über Bahn und teilweise Landversand abgegeben.

Mitarbeiter der Mitteldeutschen Braunkohlen Strukturfördergesellschaft mbH entkernen im Auftrag der Mitteldeutschen Braunkohlen- verwaltungsgesellschaft die Brikettfabrik, die zwischenzeitlich technisches Denkmal war, um deren Abriss vorzubereiten.

Doch weit gefehlt...

Heute befindet sich in der ehemaligen Brikettfabrik eine Großraumdikothek mit mehreren Dancefloors, die für jeden Musikgeschmack das richtige zu bieten haben.

Auch in den Nachbar- und Versorgungsgebäuden hat sich einiges getan. So wurde aus der ehemaligen Zeche ein Gasthaus der Besonderen Art mit Küche aus aller Welt. Außerdem zogen ein Fitnessstudio, ein Reitershop sowie diverse kleinere Firmen in die Nebengebäde ein.

Das Pressenhaus - alt
Der Kohleboden - heute ein Veranstaltungsraum

Die Zeche
Blick auf den Schornstein

Die Brikettfabrik heute - Das CULT